Plattenleger arbeiten selten allein auf der Baustelle: Vor ihnen der Gipser, nach ihnen der Sanitär, über allem der Generalunternehmer mit seinem Terminplan. Dieses Taktgeschäft hat eigene Regeln, und die Papierablage ist ihnen nicht gewachsen.
Die m2-Kalkulation: klein im Preis, gross in der Wirkung
Beim Plattenlegen wird in Quadratmetern offeriert, und ein halber Franken pro m2 entscheidet über den Zuschlag oder die Marge. Umso wichtiger, dass die Offerte die Positionen sauber trennt: Untergrundvorbereitung, Abdichtung, Belag nach Format (das Grossformat kostet anders als 20x20), Fugen, Silikon, Schnittkanten, An- und Abtransport. Wer aus der Nachkalkulation seine echten m2-Leistungen kennt (wie viele m2 schafft das Team bei welchem Format wirklich pro Tag), offeriert scharf statt nach Gefühl. Der Stundensatz-Rechner liefert die Basis, die erfassten Projektstunden den Rest.
Regie ist beim Plattenleger fast immer Untergrund
Die klassische Diskussion: Der Untergrund war schlechter als angenommen, es brauchte Ausgleichsmasse und einen Tag mehr. Ohne Beleg zahlen Sie das selbst. Mit Foto vom Untergrund, erfasster Regie und kurzer schriftlicher Freigabe des Bauleiters ist es eine unbestrittene Nachtragsposition. Genau dafür sind Handy-Erfassung und Projektfotos gebaut; die Vorbehalte dazu gehören schon in die Offerte.
Als Subunternehmer: Absicherung ist Teil des Geschäfts
Wer für Generalunternehmer arbeitet, kennt die Kette: Der GU zahlt, wenn die Bauherrschaft zahlt, und wenn der GU kippt, stehen Sie mit offenen Rechnungen da. Drei Gewohnheiten schützen:
- Teilrechnungen nach Etappen statt einer grossen Schlussrechnung, siehe Akontozahlungen.
- Offene Posten nach Alter überwachen und beim ersten Rutschen konsequent mahnen.
- Das Bauhandwerkerpfandrecht im Kalender: Die Viermonatsfrist ab Vollendung Ihrer Arbeiten ist Ihre Versicherung gegen den GU-Konkurs. Notieren Sie das Arbeitsende pro Objekt, digital passiert das von selbst.
Viele kleine Baustellen, ein Überblick
Zwanzig parallele Objekte heisst zwanzigmal wissen: Was ist offeriert, was läuft, was ist abnahmebereit, was ist verrechnet? Eine Projektliste mit Status ersetzt den Kopf als Datenbank. In MeisterOffice hängt an jedem Objekt die Offerte, die Stunden, die Fotos und die Rechnungen; die Plattenleger-Seite zeigt den Ablauf.
Rechnet sich das?
Ein Zweimannbetrieb, der pro Monat eine Untergrund-Nachtragsposition durchbringt, die früher der Diskussion zum Opfer fiel, und dessen Schlussrechnungen eine Woche früher rausgehen, hat die Softwarekosten mehrfach drin. Der eigentliche Wert ist die Absicherung: Beim ersten GU-Konkurs zahlt sich die saubere Aktenlage in echtem Geld aus.