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Firma gründen im Handwerk: Einzelfirma oder GmbH?

Rechtsform, Anmeldungen, Versicherungen und die ersten Betriebsentscheide: der Gründungsfahrplan für Handwerkerinnen und Handwerker in der Schweiz.

Der Schritt in die Selbstständigkeit beginnt im Handwerk selten mit einem Businessplan und meistens mit vollen Auftragsbüchern beim bisherigen Arbeitgeber und dem Gedanken: Das kann ich auch auf eigene Rechnung. Damit aus dem Gedanken ein sauberer Start wird, hier die Entscheidungen in der richtigen Reihenfolge.

Einzelfirma oder GmbH?

Die beiden praxisrelevanten Rechtsformen im Kleinhandwerk:

Einzelfirma: schnell, günstig, ohne Mindestkapital. Sie gilt als selbstständig erwerbend (Anerkennung durch die Ausgleichskasse nötig) und haften mit dem Privatvermögen. Der Handelsregistereintrag ist ab CHF 100’000 Jahresumsatz Pflicht, vorher freiwillig (und für die Glaubwürdigkeit oft sinnvoll).

GmbH: braucht CHF 20’000 Stammkapital und den Gang zum Notar, dafür ist die Haftung grundsätzlich auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt. Sie sind bei der eigenen GmbH angestellt (Lohn, AHV als Arbeitnehmer, BVG-Pflicht) und die Gesellschaft zahlt Gewinnsteuern; dafür wirkt sie gegenüber Banken, Verwaltungen und GU professioneller und macht spätere Partnerschaften oder einen Verkauf einfacher.

Faustregeln: Wer allein startet, klein bleibt und wenig Risiko im Gewerk hat, fährt mit der Einzelfirma schlank. Wer Personal plant, auf Baustellen mit Schadenpotenzial arbeitet (Wasser, Elektro, Statik) oder von Anfang an für GU tätig ist, nimmt die Haftungsgrenze der GmbH ernst. Der Wechsel Einzelfirma zu GmbH ist später möglich, aber aufwendiger als gleich richtig zu starten. Für den Feinschliff (Steuern, Vorsorge) lohnt eine Stunde beim Treuhänder, wie Sie mit ihm arbeiten.

Die Anmelde-Checkliste

  1. Ausgleichskasse: Anerkennung als Selbstständigerwerbender (Einzelfirma) bzw. Anmeldung als Arbeitgeber (GmbH).
  2. Handelsregister: GmbH zwingend, Einzelfirma je nach Umsatz.
  3. MwSt: Pflicht ab CHF 100’000 Umsatz, Anmeldung bei der ESTV; Methode wählen (effektiv oder Saldosteuersatz).
  4. Versicherungen: Betriebshaftpflicht (im Handwerk nicht verhandelbar), UVG für Personal, Krankentaggeld empfohlen, bei Fahrzeugen und Maschinen die passenden Sachdeckungen.
  5. Berufliche Vorsorge: als Selbstständiger freiwillig (Säule 3a oder Anschluss), für Angestellte Pflicht.
  6. Branchenspezifisches: je nach Gewerk Bewilligungen und Nachweise (z.B. Installationsbewilligungen im Elektro- und Sanitärbereich) und die Verbandsmitgliedschaft mit GAV-Pflichten.

Die ersten Betriebsentscheide

  • Geschäftskonto ab Tag eins, privat und geschäftlich strikt getrennt.
  • Stundensatz rechnen, bevor die erste Offerte rausgeht. Der häufigste Gründerfehler ist der übernommene Konkurrenzpreis, der die eigenen Kosten nicht deckt.
  • Werkzeuge fürs Büro: Von Anfang an ein System für Offerten, Rechnungen und Stunden, statt einer Excel-Sammlung, die beim ersten Mitarbeiter kollabiert. Worauf es bei der Wahl ankommt, steht in der Auswahl-Checkliste; MeisterOffice ist genau für diesen Start gebaut und wächst bis 15 Mitarbeitende mit.
  • Der erste Kunde ist der alte Arbeitgeber? Sauber lösen: Konkurrenzverbote und Abwerbungsklauseln aus dem alten Vertrag vor dem Start prüfen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Gründung? Einzelfirma: mit Ausgleichskassen-Anerkennung wenige Wochen. GmbH: mit Notariat, Kapitaleinzahlung und Handelsregister realistisch vier bis acht Wochen. Aufträge annehmen können Sie parallel vorbereiten.

Brauche ich einen Businessplan? Für Banken und grössere Kredite ja. Für sich selbst reicht im Kleinhandwerk oft die harte Version: Fixkosten, Ziellohn, verrechenbare Stunden, Stundensatz. Wenn diese Rechnung aufgeht, ist das der Businessplan.

Ab wann lohnt sich der erste Mitarbeiter? Wenn Sie über Monate mehr verrechenbare Arbeit ablehnen, als ein Lohn kostet, und die Saisonkurve den Winter trägt. Alternative für den Einstieg: temporäre Verstärkung oder ein Lernender.

Weniger Papierkram, mehr Baustelle

MeisterOffice erstellt Offerten, QR-Rechnungen und die Buchhaltung für Schweizer Handwerksbetriebe. Kostenlos ausprobieren, keine Kreditkarte nötig.

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