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Offerte für Gartenarbeiten: vollständiges Beispiel, Vorlage und Preise 2026

Offerte für Gartenarbeiten: was hineingehört, ein durchgerechnetes Beispiel für 250 m2 Garten, Preisspannen 2026 und was das OR zur Überschreitung sagt.

Eine Garten-Offerte liest sich anders als eine Sanitär-Offerte. Die Kundin vergleicht keine Marken und keine Modelle, sie vergleicht Flächen, Sorten, Laufmeter und einen Betrag ganz unten. Und sie weiss, dass der Garten Überraschungen bereithält, weil niemand sieht, was unter dem Humus liegt, bevor die Baggerschaufel das erste Mal ansetzt.

Die Offerte ist deshalb in erster Linie ein Vertrauensdokument. Drei Dinge machen sie glaubwürdig: ein Aufmass vor Ort statt einer Schätzung aus dem Auto, Positionen, die dem tatsächlichen Ablauf der Baustelle folgen, und ein klarer Satz dazu, was passiert, wenn Boden, Saison oder Wetter eine Abweichung erzwingen. Dieser Ratgeber zeigt eine vollständige Offerte für einen Garten von 250 m2, die Preisspannen, die 2026 in der Deutschschweiz zu beobachten sind, und was das Obligationenrecht wirklich zur Überschreitung sagt.

Pflichtangaben und nützliche Angaben

Kein Gesetz schreibt vor, wie eine Offerte aussehen muss. Was folgt, ist das, was die Schweizer Kundschaft zu lesen erwartet und was Sie schützt, wenn die Diskussion später hässlich wird.

  1. Ihre vollständigen Firmenangaben: Firma, Adresse, Telefon, E-Mail, dazu die Objektadresse, wenn sie abweicht.
  2. Ihre MWST-Nummer, falls Sie pflichtig sind: die UID-Nummer mit MWST-Zusatz. Die Pflicht beginnt bei CHF 100’000 Jahresumsatz; darunter gehört keine MwSt aufs Dokument.
  3. Ein Beschrieb pro Position: “Hainbuchenhecke, Pflanzen 120 bis 140 cm, Graben, Humus und Mulch” statt “Pflanzarbeiten”.
  4. Mengen und Einheiten: Laufmeter für die Hecke, Quadratmeter für Rasen, Kubikmeter für die Entsorgung, Stunden für den Unterhalt, Pauschale für die Bewässerung. Die Einheit sagt, wie sich der Preis bewegt, wenn die Menge ändert.
  5. Einzelpreise und Positionstotale: Ein einziger Betrag ist nicht überprüfbar, und was nicht überprüfbar ist, wird verhandelt.
  6. Die MwSt zu 8.1 %: Zwischensumme, MwSt-Betrag, Total.
  7. Die Gültigkeit: 30 bis 60 Tage genügen im Gartenbau. Die Preise für Pflanzen und Rasen ändern von Saison zu Saison.
  8. Die Zahlungsbedingungen: Frist (30 Tage netto ist üblich) und Akontozahlung. Ab CHF 10’000 sind 30 % bei Auftragserteilung und eine Zwischenzahlung auf halber Strecke üblich.
  9. Der Vorbehalt für Unvorhergesehenes: was passiert, wenn der Bagger auf eine alte Betonplatte, eine Bauschuttauffüllung oder Wasser trifft. Ein Satz genügt, wenn er sagt, wer entscheidet und zu welchem Preis.
  10. Der Ausführungstermin: ein Fenster statt eines Datums, mit Wettervorbehalt. “Wochen 41 bis 43, Verschiebung bei Frost oder durchnässtem Boden” ist besser als ein Montag, den Sie nicht halten.
  11. Die Unterschrift: Ihre, und eine datierte Zeile für jene der Kundschaft. Eine unterschrieben zurückgeschickte oder per E-Mail angenommene Offerte ist ein Vertrag.

Vollständiges Beispiel: Gartenanlage von 250 m2

Objekt: Einfamilienhaus im Raum Winterthur, Garten von 250 m2, nach Fassadenarbeiten komplett neu anzulegen. Zufahrt über das Seitentor, Kleinbagger möglich, Aufmass vor Ort am 3. September. Die Einzelpreise unten sind Richtpreise 2026 und durch Ihre eigenen zu ersetzen.

Pos.LeistungMengeEinheitPreisTotal
1Aushub, abhumusieren und planieren, Bagger und Maschinist250m214.003’500.00
2Hainbuchenhecke, Pflanzen 120 bis 140 cm, Graben, Humus, Mulch *22Lfm88.001’936.00
3Rollrasen, Saatbett vorbereitet, verlegt und angewalzt120m224.002’880.00
4Stauden- und Gräserpflanzung, strukturierte Rabatte35m262.002’170.00
5Automatische Bewässerung, 3 Sektoren, Steuergerät1Pausch.2’450.002’450.00
6Entsorgung Aushub und Grüngut12m378.00936.00
7Anfahrt und Baustelleneinrichtung1Pausch.420.00420.00

Zwischensumme CHF 14’292.00, MwSt 8.1 % CHF 1’157.65, Total CHF 15’449.65.

* Schätzung ohne Schweizer Quelle, mit einem lokalen Lieferanten prüfen.

Unter die Positionen gehört noch der Satz, was nicht enthalten ist. Bei einer Neuanlage sind das fast immer dieselben drei Dinge: Aushub, der als belastetes Material entsorgt werden muss, Leitungen und Schächte, die im Plan nicht eingezeichnet sind, und das Anwachsen bei Extremwetter, wenn die Kundschaft die Bewässerung in den ersten Wochen selber übernimmt. Drei Zeilen im Vorbehalt ersparen später drei Telefonate.

Diese Offerte passt auf eine Seite und beantwortet die drei Fragen der Kundin im Voraus. Warum kostet der Aushub fast einen Viertel des Totals? Weil zwölf Kubikmeter Erde wegmüssen und weil alles andere darauf aufbaut. Und wenn die Hecke 25 statt 22 Meter lang wird? Dann steigt Position 2 um dreimal CHF 88.00, sonst bewegt sich nichts. Und wenn das Budget zu knapp ist? Dann wartet Position 5 auf das Frühjahr. Eine Pauschale über CHF 15’450 gibt keine dieser drei Antworten.

Eine Bemerkung zur MwSt: Die Pflanzen stecken hier in den Positionen 2 und 4, also ist alles zum Normalsatz besteuert. Separat fakturiert fiele die Lieferung der Pflanzen unter den reduzierten Satz von 2.6 %, auch neben Leistungen zum Normalsatz, eben genau unter der Bedingung der gesonderten Fakturierung (Art. 25 Abs. 2 Bst. a MWSTG). Dasselbe gilt für Dünger und Mulchmaterial. Eine Offerte mit zwei Sätzen macht etwas mehr Erfassungsarbeit und ein tieferes Total.

Drei weitere durchgerechnete Beispiele für Maler, Sanitär und Gartenbau bietet der Artikel Offerte schreiben.

Richtpreise Deutschschweiz 2026

Die Spannen unten sind jene, die 2026 in Deutschschweizer Offerten und auf den Schweizer Preisportalen zu beobachten sind. Es sind Grössenordnungen, kein Tarif: Zufahrt, Region, Pflanzenkaliber und Bodenbeschaffenheit lassen denselben Posten um das Doppelte auseinander liegen.

LeistungEinheitBeobachtete Spanne
Stunde gelernter GärtnerStd.CHF 70 bis 110
Hecke gepflanzt, Pflanzen 100 bis 140 cm, Humus und Mulch *LfmCHF 60 bis 140
Rollrasen verlegt, Saatbett vorbereitetm2CHF 15 bis 30
Gartenplatten oder Sitzplatz, Unterbau inbegriffenm2CHF 90 bis 180
Unterhaltsabo Einfamilienhaus, 10 bis 12 EinsätzeJahrCHF 2’000 bis 3’500

* Schätzung ohne Schweizer Quelle, mit einem lokalen Lieferanten prüfen. Die vier anderen Spannen stützen sich auf Schweizer Quellen.

Zwei Bemerkungen. Der Stundenansatz steigt gegen das obere Ende der Spanne im Grossraum Zürich und sinkt in ländlichen Regionen, aber Ihr Ansatz hängt nicht von der Konkurrenz ab: Er hängt von Ihren Fixkosten und Ihren tatsächlich produktiven Stunden ab. Und eine Spanne gehört nie in eine verbindliche Offerte. Sie klärt das Budget am Telefon und verschwindet mit dem Aufmass.

Richtofferte oder Festpreis?

Beides gibt es, beides bindet Sie unterschiedlich stark, und das Obligationenrecht behandelt die beiden getrennt. Wie Sie die unverbindliche Variante formulieren, steht im Ratgeber Richtofferte.

Was Sie abgebenWas Sie bindetWann sinnvoll
Fester Preis, PauschaleSie führen zur festgelegten Summe aus, auch wenn es mehr Arbeit gibt (Art. 373 OR)Aufmass gemacht, Boden bekannt, Pflanzen gewählt
KostenvoranschlagEine Schätzung; der Preis bemisst sich danach nach dem Wert der Arbeit und Ihren Aufwendungen (Art. 374 OR)Unsicherer Boden, alter Belag, Bäume zu fällen

Der feste Preis. Art. 373 OR ist deutlich: Wurde die Vergütung zum Voraus genau bestimmt, sind Sie verpflichtet, das Werk um diese Summe fertigzustellen, und dürfen keine Erhöhung fordern, selbst wenn Sie mehr Arbeit oder grössere Auslagen hatten als vorgesehen. Absatz 2 lässt eine schmale Tür offen: Verhindern oder erschweren ausserordentliche Umstände, die nicht vorausgesehen werden konnten oder nach den Voraussetzungen beider Seiten ausgeschlossen waren, die Fertigstellung übermässig, kann der Richter nach seinem Ermessen eine Preiserhöhung oder die Auflösung des Vertrages bewilligen. Eine schmale Tür also, und eine, die über ein Gericht führt. Absatz 3 spielt für Sie: Braucht das Werk weniger Arbeit als vorgesehen, zahlt die Bestellerin trotzdem den vollen Preis.

Der Kostenvoranschlag. Nach Art. 374 OR wird der Preis, wenn er zum Voraus gar nicht oder nur ungefähr bestimmt wurde, nach dem Wert der Arbeit und Ihren Aufwendungen festgesetzt. Und Art. 375 OR öffnet der Kundschaft eine Tür: Wird ein mit Ihnen verabredeter ungefährer Ansatz ohne Zutun der Bestellerin unverhältnismässig überschritten, darf sie während wie nach der Ausführung vom Vertrag zurücktreten. Bei Bauten auf ihrem eigenen Grund und Boden kann sie stattdessen eine angemessene Herabsetzung des Lohnes verlangen.

Was das Gesetz nicht sagt. Es beziffert das “unverhältnismässig” nirgends. Die Praxis hält eine Überschreitung ab rund 10 % für heikel, aber das ist eine Faustregel und kein Gesetzestext. Daher der Rat: Schreiben Sie die Toleranz selber auf die Offerte.

Kostenvoranschlag auf Basis des Aufmasses vom 3. September. Toleranz plus/minus 10 %. Jede grössere Abweichung wird Ihnen vor Ausführung der betroffenen Position schriftlich gemeldet und erst nach Ihrer Zustimmung ausgeführt.

Eine geschriebene und eingehaltene Toleranz macht aus einer Überschreitung eine blosse Information. Ohne sie wird daraus eine bestrittene Schlussrechnung.

Häufige Fehler von Gartenbaubetrieben

  • Gerundete Mengen ohne Aufmass. “Rund 120 m2 Rasen” werden am Verlegetag 138 m2, und die 18 m2 gehen von Ihrer Marge ab. Messen Sie mit dem Messrad und schreiben Sie das Mass mit Datum auf die Offerte.
  • Die Entsorgung vergessen. Aushub, Wurzelstöcke und Grüngut kosten Transport, Mulde und Deponiegebühr. Eine eigene Position in Kubikmetern lässt sich korrigieren, wenn das Volumen ändert; eine im Aushub versteckte Pauschale nicht.
  • Kein Saisonvorbehalt. Rasen, der in der Hitze verlegt wird, und Stauden, die in gefrorenen Boden kommen, wachsen nicht an, und die Nachbesserung wird bei Ihnen eingefordert. Schreiben Sie hin, dass die Pflanzung vom Zeitfenster abhängt und was gilt, wenn sich die Baustelle verschiebt.
  • Die fehlende Akontozahlung. Pflanzen, Rasen und Bewässerungsmaterial sind vor Ihrer ersten Arbeitsstunde bezahlt. Ab CHF 10’000 sind 30 % bei Auftragserteilung üblich.
  • Offerte ohne Gültigkeit. Ohne Frist sind Sie nach Art. 5 OR nur so lange gebunden, wie mit einer rechtzeitig abgesandten Antwort zu rechnen ist, eine unklare Grenze, die Streit provoziert. Dreissig bis sechzig Tage, schwarz auf weiss, schliessen diese Tür.

Vorlage zum Herunterladen

Das Gerüst des Dokuments, Briefkopf, Adressblöcke, Positionentabelle und Fusszeile, steht in der Offerte-Vorlage. Für die Einzelpreise, die Sie dort eintragen, rechnet der Stundensatz-Rechner aus Ihren Fixkosten und produktiven Stunden den Ansatz aus, der Ihre Kosten wirklich deckt. Diese Zahl gehört in die Preisspalte, nicht jene des Kollegen im Nachbardorf.

Häufige Fragen

Was kostet ein Gärtner pro Stunde in der Schweiz? 2026 sind Ansätze von CHF 70 bis 110 pro Stunde für gelernte Gartenbaufachleute zu beobachten, das obere Ende in den Agglomerationen und im Grossraum Zürich, das untere für einfache Unterhaltsarbeiten durch eine Hilfskraft. Über Ihren eigenen Ansatz sagen diese Zahlen nichts: Der rechnet sich aus Ihren Fixkosten, Ihren Sozialabgaben und Ihren tatsächlich produktiven Stunden, nicht aus einem Marktmittel.

Ist eine Garten-Offerte kostenlos? In der Regel ja, Besichtigung und Offerte sind gratis, und die Kundschaft erwartet das auch. Für ein Projekt mit echtem Planungsanteil (Aufnahme, Pflanzplan, gerechnete Varianten) dürfen Sie eine kostenpflichtige Projektierung vereinbaren, unter zwei Bedingungen: vorher ankündigen und bei Auftragserteilung anrechnen.

Welche MwSt gilt auf Gartenarbeiten? Auf Garten- und Umgebungsarbeiten gilt der Normalsatz von 8.1 %, es sind Dienstleistungen. Die Lieferung von lebenden Pflanzen, Sämereien, Setzzwiebeln, Dünger und Mulchmaterial fällt unter den reduzierten Satz von 2.6 % und bleibt dort auch neben einer Leistung zum Normalsatz, sofern sie gesondert fakturiert wird (Art. 25 Abs. 2 Bst. a MWSTG). Unter CHF 100’000 Jahresumsatz sind Sie nicht pflichtig, dann steht auf der Offerte gar keine MwSt.

Wie lange ist eine Offerte gültig? So lange, wie Sie es aufs Dokument schreiben, und keine Woche länger. Dreissig Tage sind im Gartenbau der Normalfall, sechzig, wenn Sie ein ganzes Pflanzfenster abdecken wollen. Ohne Frist bleiben Sie theoretisch an Ihre Preise gebunden: Nimmt die Kundschaft im Frühling eine Herbstofferte an, tragen Sie die Preisdifferenz bei den Pflanzen.

Von der Offerte zur Rechnung

In MeisterOffice entsteht die Offerte in Minuten auf der Baustelle, aus der Annahme wird mit einem Klick die QR-Rechnung, und die offenen Posten bleiben bis zum Saisonende sichtbar; wie das im Alltag aussieht, zeigt die Seite für Gärtner, die Preise stehen hier.

Weniger Papierkram, mehr Baustelle

MeisterOffice erstellt Offerten, QR-Rechnungen und die Buchhaltung für Schweizer Handwerksbetriebe. Kostenlos ausprobieren, keine Kreditkarte nötig.

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